erleben - entdecken - dokumentieren

Bergischer Geschichtsverein lädt ein

Wir freuen uns, Ihnen wieder wie gewohnt ein abwechslungsreiches Programm für das 2. Halbjahr 2022 anbieten zu können.

Erfahren Sie in unseren Vorträgen mehr über die Geschichte unserer Region und besuchen mit uns interessante Orte. Neben Stadtführungen in Opladen und Monheim haben wir diesmal sogar eine Nachtführung über die Leverkusener Waldsiedlung vorbereitet.

Übrigens:

Sie müssen kein Vereinsmitglied sein, um an unseren Aktivitäten teilzunehmen. Unsere Veranstaltungen stehen offen für alle!

Demnächst im Programm

Dienstag | 20. September 2022 | 19 Uhr

Haus der Stadtgeschichte - Villa Römer | Haus-Vorster Str. 6 | 51379 Lev-Opladen Eintritt: frei

JÜDISCHES LEBEN IN WIESDORF, OPLADEN, BERGISCH NEUKIRCHEN UND HITDORF VOR 1945

Vortrag von Dr. Julius Leonhard, Leiter Stadtarchiv Leverkusen und Reinhold Braun in Kooperation mit dem Forum Opladener Gespräche

Seit 1749/50 sind im heutigen Leverkusen Juden als Bürger nachweisbar. Sie sollen Handel betrieben haben, waren aber meist arm. Der preußische Staat hatte seit 1812 bestimmt, dass die Juden erbliche Familiennamen annehmen mussten, was hier auch geschah. Vorsteher der kleinen jüdischen Gemeinde Opladen war Samuel Seckel. 1853 wurde der Synagogenbezirk Opladen für den unteren Kreis Solingen gegründet. 1879 eröffnete die kleine israelitische Gemeinschaft in der Altstadtstraße in Opladen ihre Synagoge, die 1938 von den Nazis zerstört wurde.
Ende des 19. Jh. bis in die Zeit der NS-Machtergreifung besaßen mehrere jüdische Bürger Geschäfte (z.B. Textilwaren, Frucht-, Getreide-, Tapeten- oder Schrotthandel). Mitglieder der jüdischen Gemeinde engagierten sich in den lokalen Vereinen und kommunalen Gremien. In der Nazi-Zeit wurde ein großer Teil von ihnen deportiert und verlor ihr Leben in Konzentrationslagern. Einige hatten Glück und konnten z.B. in die USA, nach Palästina, nach Südafrika oder England auswandern.

Foto: Kommunionumzug vor der Synagoge in Opladen (Mitte links), StA Leverkusen

Mittwoch | 28. September 2022 | 18.30 - 20 Uhr

Forum Leverkusen | Agamsaal | Am Büchelter Hof 9 | 51373 Leverkusen Eintritt: frei

GESCHICHTE UND ZUKUNFT DER VOLKSHOCHSCHULE LEVERKUSEN

Vortrag von Reinhold Braun in Kooperation mit der VHS Leverkusen

Das 75-jährige Jubiläum der VHS Leverkusen lenkt den Blick zu den Anfängen der Volkshochschule und ihrer Vorläufer in unserer Region: Denn bereits nach dem 1. Weltkrieg entstanden kurzzeitig die ersten Volkshochschulen in den damaligen Städten Opladen und Wiesdorf. Ziel der neuartigen Bildungseinrichtungen war es, eine „innere Erneuerung des Volkes und seiner Kultur“ zu erreichen. Nach dem 2. Weltkrieg eröffneten die Städte Opladen und Leverkusen ihre Volkshochschulen neu. 1969 zog die VHS Leverkusen ins neu gebaute Forum und konnte dort ihr Angebot stark erweitern, die Entwicklung der VHS Opladen endete 1975 mit der Gebietsreform in NRW.
Früher wie heute bietet die VHS Kurse und Vorträge u.a. zu gesellschaftlichen, wirtschaftlichen, naturwissenschaftlichen, literarischen, philosophischen und religiös-ethischen Themen an. Im Verlauf der Zeiten war sie auch Spiegel der gesellschaftlichen Entwicklung und passte ihre Angebotsbereiche immer wieder an.
An diesem Vortragsabend stellt Reinhold Braun die lokalhistorischen Entwicklungen der Volkshochschulen im heutigen Stadtgebiet anhand vielfältigen Bildermaterials dar. Anschließend wird VHS-Leiter Dr. Günter Hinken die aktuellen Herausforderungen für Volkshochschulen in einer sich stark verändernden Zeit beschreiben und seine Vorstellungen zur Zukunft der VHS Leverkusen skizzieren.

Donnerstag | 27. Oktober 2022 | 18 Uhr

Haus der Stadtgeschichte - Villa Römer | Haus-Vorster Str. 6 | 51379 Lev-Opladen
Eintritt: Mitglieder 5 €, Gäste 10 €, Jugendliche 5 €

LEVERKUSEN: FASERN UND FARBEN

Impulsreferat und Führung durch die Ausstellung: Dr. Ellen Lorentz sowie weitere Experten

Die Anfänge der Industrialisierung auf Leverkusener Stadtgebiet sind eng mit der Textilproduktion und Färberei verbunden. Ultramarinblau von Carl Leverkus und Türkischrotfärberei von Albert Römer markieren die Anfänge der bunten Textilien.
Als Bayer 1891 an den Rhein zog, wurden zahlreiche neue Textilfarben entwickelt. Neue Materialien wie Nylon, Gummiband oder bunte synthetische Stoffe führten über mehrere Jahrzehnte zu neuen Trends in der Mode.
Ab den 80er Jahren geriet der Textil- und Farbenmarkt zunehmend unter Druck. Heute werden entsprechende Produkte aus China und Indien bezogen.
Wir zeichnen die Entwicklung nach und laden dazu ein, eigene Erfahrungen, Bilder und Geschichten zu den Leverkusener Farben im Sinne eines Oral History Projekt einzubringen. Die Veranstaltung wird in Kooperation mit der Kasino Gesellschaft Leverkusen und den GästeführerInnen Leverkusen und Bergisches Land durchgeführt.

Foto: BAL 0-26004, Werbung für die Chemiefaser Dralon 1959

Mittwoch | 9. November 2022 | 19 Uhr

Freiherr-vom-Stein-Haus | Hauptstraße 83 | 40764 Langenfeld
Eintritt: frei

VORTRAG:
VON SCHUTZJUDEN, DEUTSCHEN STAATSBÜRGERN JÜDISCHEN GLAUBENS UND SCHUTZHAFTJUDEN

Vortrag von Günter Schmitz
Eine Kooperation mit dem Stadtarchiv Langenfeld

Der Vortrag berichtet über die Geschichte der jüdischen Gemeinde in Langenfeld: ihre Anfänge im 18. Jh., ihr Wachstum im 19. Jh., die soziale Situation der Juden in Staat und Gesellschaft und das gewaltsame Ende der jüdischen Gemeinde, dargestellt am Schicksal zweier bekannter jüdischer Familien.

Foto: Familie Bernhard Meyer – das einzige erhaltene Foto der Familie, ca. 1938.

Donnerstag | 10. November 2022 | 19 Uh

Gaststätte Pfannenhof | Turmstraße 2-6 | 40789 Monheim am Rhein
Eintritt: frei

VORTRAG:
MONHEIM AM RHEIN: VON MITTELALTERLICHER SCHIFFFAHRT ZUM „PIWIPPER BÖÖTCHEN“

Vortrag von Prof. Dr. Heiner Müller-Krumbhaar

Monheims historische Bedeutung beruht vor allem auf der exponierten Lage am Rhein und der Schifffahrt. Jahrhundertealte Handschriften etwa zu Fähre und Salm Fischerei zeugen von dieser Wechselbeziehung. Die in den letzten zehn Jahren wiedererstandene Fährverbindung zur Dormagener Rheinseite knüpft an diese Tradition bewusst an.
Der Vortrag schlägt einen bebilderten Bogen von ersten schriftlichen Zeugnissen Monheimer Geschichte bis hin zum heutigen „Piwipper Böötchen“, welches vor 50 Jahren erstmals als Fähre „Ruhrstahl“ für die Henrichshütte in Hattingen den Dienst antrat.